In den 1990er Jahren ist der Siedlungsbau zu neuer Prominenz gekommen im Tourismus, aber auch im Alltag. Siedlungen entsprechen einer verbreiteten Tendenz zur Privatisierung. Da wäre zunächst die Privatisierung von Baugrund. Der Staat übergibt das Land an sogenannte Developer, die dann agieren können wie eine Behörde. Die fertigen Siedlungen bilden halb-öffentliche Räume, die sich gegenüber der Gesellschaft abkapseln und sogar separate Polizeifunktionen entwickeln. Dabei sind die Siedlungen paradoxe Gebilde. Auf der einen Seite lassen sie sich als Heterotopien beschreiben, d.h. sie schließen die Utopie eines perfekten Lebens frei von Belästigungen in sich ein. Auf der anderen Seite dehnen sie sich aggressiv aus, d.h. sie verbrauchen große Flächen von Land und schränken dabei die Bewegungsfreiheit anderer Bürger ein. Im Westjordanland sind die Siedlungen Teil eines quasi-kolonialen Expansionsprojektes.
Spanien
Spanien
nahe Torremolinos, Spanien